LFS Grabnerhof
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Unser E-Wandertag nach Brüssel

Die  Schüler*innen der LFS Grabnerhof, bestritten am 28. Mai 2021,
einen E-Wandertag in die EU-Metropole nach Brüssel.
Die EU wird medial, vor allem aber auch in Stammtischgesprächen oftmals als unnötig, teuer und als reiner Selbstzweck für Politiker und Beamte dargestellt.
Unsere Schüler*innen wollten sich selbst ein Bild über die EU machen. Sie sind der Einladung von Frau Dr. Roswitha Preininger vom Steiermark Büro in Brüssel und Frau Mag. Maria Pichlbauer von der BD Steiermark, mit vielen Erwartungen gefolgt.
 
Programmablauf:
1. Frau Mag. Tina Obermoser hat uns virtuell mit dem Zug vom Grabnerhof abgeholt
 und nach Graz zum Büro von „Europe Direct Steiermark" begleitet. Dort wurden wir auch vom „Europa-Landesrat" Mag. Christopher Drexler empfangen.
 
2. Mit dem Nachtzug (im Jahr der Schiene) fuhren wir umweltbewusst nach Brüssel.
3. Wir machten in der Avenue de Tervueren 82-84 Station.
Hier befindet sich das Steiermark Büro.
Der Leiter des Steiermark Büros Mag. Erich Korzinek erzählte uns, warum es für eine Region wichtig ist, in Brüssel vertreten zu sein.
Die Hauptaufgaben des Stmk. Büros in Brüssel sind:
*  Informationen sammeln und bewerten, die für die Steiermark von Interesse sein könnten.

*  Steirische Positionen und Interessen vertreten gegenüber Entscheidungsträger*innen in den Europäischen Institutionen

*  Steirische Entscheidungsträger*innen beraten.

*  Ausbildung von Steirischen Expert*innen und Beamt*innen.

*  Studienreisen organisieren.

*  Die Steiermark repräsentieren.

4. Unser nächstes Reiseziel war die „Europäische Kommission".
Herr Rene Steiner, ein leitender Kommissionsbeamter mit steirischen Wurzeln, der im Bereich der Bekämpfung der Internetkriminalität und Migration tätig ist, gliederte für uns die Aufgabenbereiche der „Europa Regierung".
*  Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Kommission und Mitgliedsländern (ausschließlich, geteilt, unterstützend)
*  EU-Recht (wichtigste Organe bei der Formulierung)
*  Eckdaten über die Kommission (gegr. 1958, über 19 Gebäude mit rund 30.000 Beschäftigten)
*  Die vier Hauptaufgaben der EU-Kommission
*Ausarbeiten von Gesetzesvorschlägen und Rechtsvorschriften
*EU-Haushalt (in sieben Jahren ca. 1.100 MRD €) muss einstimmig beschlossen werden und
  Zustimmung durch das EU-Parlament
*Hüterin der Verträge (Strafverfahren)
*Die EU in der Welt vertreten (gemeinsame Außenpolitik, Nachbarschaftspolitik und
  Erweiterungsverhandlungen, internationale Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe)
Er brachte uns die tägliche Arbeit mit praktischen Beispielen näher.


 
 
 
 
 
 
5. Im Anschluss ging es ins „Europäische Parlament".
Unser Reisebegleiter war dabei Axel Heyer, ein Kölner Junge mit gesundem Schmäh, der auch bei den Ennstaler Schüler*innen gut ankam.
Zunächst gab es einen virtuellen Rundgang im Parlamentsgebäude bzw. Plenarsaal.
Im Plenum sind aktuell 705 Mitglieder von 27 europäischen Ländern vertreten. Ö stellt 19 Abgeordnete (vier kommen aus der Steiermark).
Man konnte auch die Besuchertribüne sehen und die Dolmetscher-Büros.
Die Debatte muss in 24 verschiedenen Amtssprachen simultan übersetzt werden.
Zufällig live bekamen wir Frau Dr. Bettina Vollath zu sehen bzw. zu hören.
Sie hat uns als ehemalige Bildungslandesrätin auch einmal am Grabnerhof besucht.
Axel erklärte uns auch, warum einmal im Monat das Parlament in Straßburg tagt (tagen muss).
Auf die Sinnhaftigkeit dessen, möchten wir nicht näher eingehen.
 
Die wesentlichen Aufgaben des Parlaments sind:
·         Gesetzgebung gemeinsam mit dem Rat der EU (Fachminister der Mitgliedsländer)
·         Kontrollbefugnis gegenüber der Kommission (Anfragen)
·         Wahl des Kommissionspräsidenten bzw. Genehmigung der Kommissare
·         Budgetrahmen für sieben Jahre beschließen
 
6. Zum Abschluss besuchte uns Frau MEP Simone Schmiedtbauer.
Sie sitzt seit 2019 im EU-Parlament. Sie vertritt primär die Interessen unserer heimischen Landwirtschaft. Oftmals ein schwieriges Unterfangen, denn von den 48 Ausschussmitgliedern haben lediglich elf Mitglieder
 einen landwirtschaftlichen Background.
Bei den Themen:
*  Agrarbudget 2021-2027 (GAP)
*  Mercosur-Abkommen
*  Haus- und Hofschlachtungen
*  Beutegreifer vs Nutztierhaltung
*  Lebensmittelkennzeichnung in der Gastro usw.
hat die Gemüsebäuerin aus Hitzendorf, mit ihrer frisch, saftig, steirischen Art, klare Positionen bezogen.
Man hat das Gefühl, dass unsere klein strukturierten Bauernhöfe durch Simone Schmiedtbauer in Brüssel in guten Händen sind.
Grußworte richtete Frau DI Barbara Kapp an unsere Schüler*innen  aus der Abteilung unseres Landesrates Johann Seitinger.
Der „eBrüsselTrip" war für unsere gesamte Reisegruppe hoch informativ und in der Nachbearbeitung gab es viel Begeisterung und Zustimmung für das friedlich geeinte Europa.
Die wichtigsten Institutionen der EU, vor allem aber auch handelnde Personen vor Ort, wurden uns „live" in die Klassenzimmer gebracht. 
Das Steiermark Büro in Brüssel wird in Hinkunft öfters Besuch aus dem Bezirk Liezen bekommen.
 
Alle Schüler*innen und das Lehrerkollegium möchten sich abschließend bei allen Referenten und Begleitern sehr herzlich bedanken. Ein besonderer Dank gilt den Koordinatorinnen und Moderatorinnen, Frau Dr. Roswitha Preininger und Frau Mag. Maria Pichlbauer, von der BD des Landes Steiermark.
„Eine Ode an die Freude" begleitete uns schließlich zum Mittagessen.
Ein multifunktionales „eReisetagebuch" sorgt dafür, dass dieser Tag sehr lange bei uns präsent bleiben wird.
Peter Zandl

Bildschirmfoto © LFS Grabnerhof
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