LFS Grottenhof
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Absolventenporträt Christoph Fink

Christoph Fink mit Eltern © LFS Grottenhof
Christoph Fink mit Eltern© LFS Grottenhof
Betrieb: Gartengestaltung Hödl & Sohn OG und Baumschule Hödl © LFS Grottenhof
Betrieb: Gartengestaltung Hödl & Sohn OG und Baumschule Hödl© LFS Grottenhof

Interview mit Christoph Fink, Absolvent 2008
(Gärtnermeister und Student im Fach Landschaftsbau und -management)
Externe Verknüpfung http://www.garten-hoedl.at
Interview von Ing. Georg Neumann


Betrieb: Gartengestaltung Hödl & Sohn OG und Baumschule Hödl

Was sind deine Erinnerungen an die Alt Grottenhofer Zeit?
Für mich muss man in dieser Zeit unterscheiden zwischen Unterricht und Internat. Die Ausbildung und Praxisveranstaltungen, auch die Vielfalt der Angebote, sind mir bis heute in guter Erinnerung geblieben. Auch wenn ich heute nicht mehr in diesem Berufsfeld tätig bin, greife ich immer wieder auf die Erfahrungen und Werte aus dieser Zeit zurück und baue sie auch gelegentlich in meine aktuellen Projekte ein und gebe meine Erfahrungen und Wertschätzung auf diesem Gebiet weiter.
Die Zeit als Bewohner des Internats war für mich stark persönlichkeitsprägend. Ich möchte sie auf keinen Fall missen. Sozialer Umgang und Teamfähigkeit, gesellschaftliche Eingliederung, das miteinander Leben und gegenseitige Rücksichtnahme - das alles habe ich in den drei Jahren sehr vertiefen können. Ich kann nur jedem empfehlen, diese Zeit für sich zu durchleben.

Alt Grottenhof heißt für mich:
...eine solide Ausbildung für junge Menschen, verknüpft mit der Möglichkeit, frei und ungezwungen den eigenen Weg und das spätere Handlungsfeld zu finden.

Was hast du nach der Absolvierung des Grottenhofs gemacht?
Ich habe den forstwirtschaftlichen Facharbeiter in Pichl bei Mitterdorf angehängt. Das dort Erlernte kann ich noch heute sehr aktiv in meine Arbeit einbringen. Ich habe zu dieser Zeit das erste Mal in die Baumpflege geschnuppert.
Anschließend habe ich als Gartenhelfer in verschiedenen Gartengestaltungsbetrieben, vorwiegend im Grazer Raum, gearbeitet. Nebenbei bin ich immer wieder zu Kursen über Baumpflege und Seilklettertechnik nach Pichl zurückgekehrt. Ab 2011 war ich in Wien als Gartengestalter tätig, wo ich mich vom einfachen Arbeiter zum stellvertretenden Betriebsleiter entwickelt habe. In den Wintermonaten habe ich als Gastschüler in der Gartenbauschule Langenlois meinen Gesellenbrief als Gartengestalter abgeschlossen. 2012 habe ich mit der Gärtnermeisterausbildung angefangen, die ich bereits im selben Jahr erfolgreich abgeschlossen habe. Im Jahr darauf habe ich die Gartengestaltungsfirma meines Vaters geschäftsführend übernommen. Noch ein Jahr war ich mit einem eigenen Team als Gartengestalter im Wiener Raum selbstständig. In meiner Freizeit habe ich durch diverse Zeichenkurse das Planzeichnen erlernt. Seit Ende 2013 studiere ich Landschaftsbau- und management in Bayern in Deutschland. Nebenher führe ich den Betrieb Hödl & Sohn OG vollerwerbstätig.

Wie schaut dein Betrieb aus? Wie viele Mitarbeiter habt ihr?
Der Betrieb heißt nach meinem Vater und mir benannt „Garten Hödl & Sohn OG" und steht für langjährige Erfahrung in der Gartengestaltung. Zudem schließt unser Betrieb eine Baumschule mit ein, die meine Mutter landwirtschaftlich leitet. Wir haben sechs Mitarbeiter, vom Facharbeiter bis zur Sekretärin und Hilfsarbeiter. Einen Absolventen von Alt-Grottenhof konnten wir als Lehrling gewinnen, Christoph Ettl, der im diesigen Jahr seine Ausbildung als Gartengestalter abschließen wird und in naher Zukunft einen Vorarbeiterposten mit eigenem Team beziehen wird. Der Schwerpunkt unseres Betriebes liegt auf Natursteinarbeiten, Biotope, Naturbadeteiche und Naturpools, Rasen- und Pflanzflächen, technischen Automatisierungsanlagen, sowie der Pflege von Gartenanlagen. Dabei werden Projekte von der Planung bis zur Ausführung komplett abgewickelt und betreut.

Ihr plant und gestaltet verschiedenste Gärten, welche?
Wir realisieren vorwiegend Privatgärten von wohlhabenden Kunden, die individuell in Teilbereichen oder im Gesamtpaket mit Liebe zum Detail gestaltet werden. Aktuell sehr beliebt sind Gärten mit Schwimmteich oder Naturpool. Diese Anlagen sind meist sehr technisch mit Erdbewegungen, Steinanlagen und Automatisierungsinstallationen. Erst im letzten Schliff integrieren wir dann Pflanzen, Rasenflächen und „Grün".

Wie läuft so ein Projekt in eurem Betrieb genau ab?
Ein Kunde, der uns meist durch Mundpropaganda kennt, fragt bei uns telefonisch oder via Email an. Wir kontaktieren den Kunden telefonisch und vereinbaren einen Ortstermin, um den Bedarf und die Wünsche des Kunden zu erfahren. Es folgt dann die erste Kostenschätzung. Stimmt der Kunde zu, beginnen die Planungen, notwendige Einreichungsplanungen bei der Gemeinde inbegriffen. Dann wird das genaue Angebot erstellt. Zu Baubeginn wird die Baustelle eingerichtet mit Dumper, Bagger und LKW und die Ausführung (Geländeveränderung, Licht- und Wassertechnik, Natursteinarbeiten bis hin zum Grün) beginnt. Nach Abschluss der Arbeiten schließt sich die Pflege der Anlagen an, die über meist mehrere Jahre reicht.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?
In Zukunft möchte ich den Betrieb weiter auf dem sehr hohen Qualitätsstandard führen und weiter ausbauen. Bei meinem aktuell noch sehr zeitintensiven und stressigen Arbeitsalltag mit kaum Freizeit wünsche ich mir für die Zukunft mehr freie Zeit. Dafür wird sicherlich eine zweite rechte Hand notwendig sein. Ich sehe mich später auch als Vermittler von Wissen, das ich mir in Praxis und Theorie angeeignet habe.

Welchen Rat würdest du unseren Schülern und Absolventen geben?
Mein Tipp: Alle Gelegenheiten beim Schopf packen, auch wenn es am Anfang schwierig oder unmöglich erscheinen mag. Macht aus jeder Situation das Beste und lasst euch nicht unterkriegen! Limitierend ist nur eines: Zeit!

 

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